Unterwegs zwischen Studium, Notaufnahme und dem Bundestag

Sehr lange habe ich mich hier persönlich nicht mehr zu Wort gemeldet. Aus einem einfachen Grund - es war einfach tatsächlich so viel los im Laufe des letzten halben Jahres, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Daher hier nun die Highlights aus dem vierten Semester in Warnemünde.

 

Das letzte Semester war bereits schon sehr auf die Tätigkeiten an Bord zugeschnitten und hat mit Fächern wie Maritimer Ladungstechnik, Maritimen Englisch, Schiffbau und Verkehrsmitteltechnik, Maritimen Recht, Schiffsführung, Personalführung und Sicherheit und natürlich Seehandelsrecht und Verkehrswirtschaft einiges an Arbeit und Lernstoff bereit gehalten. Aber auch besondere Lerneinheiten waren vor der Prüfungsphase angesagt, wie zum Beispiel die Einheiten im Simulator des Maritimen Simulations Zentrums Warnemünde (MSCW) oder eine Navigationsstunde zur Astronomie mit praktischen Übungen am Sextanten.

Um das Studium erfolgreich abschließen zu können, muss jeder Nautikstudent mindestens 80 Stunden Praktikum in der Notaufnahme, auf einer chirurgischen und internistischen Station im Krankenhaus oder im Rettungsdienst absolvieren. Der Grund hierfür ist ganz einfach: Im Gegensatz zu unseren Kreuzfahrtschiffen bei AIDA hat ein Frachtschiff keinen Arzt an Bord. Hier ist bis zum Eintreffen von Hilfe oder dem nächsten Hafen, was unter Umständen z.B. mitten auf dem Atlantik recht lange dauern kann, der Gesundheitsoffizier, ein Nautiker, für die medizinische Versorgung der Besatzung verantwortlich.


Ich habe meine Zeit im Kreiskrankenhaus Herrenberg, in meiner Heimat, verbringen dürfen. Dort hatte ich Gelegenheit mit den Ärzten und Pflegern in der Notaufnahme zusammen zu arbeiten und aktiv an der Behandlung und Versorgung von Notfallpatienten mitwirken können. Es war eine komplett neue und spannende Erfahrung für mich und ich habe größten Respekt vor der Arbeit die dort tagtäglich geleistet wird gewonnen.

 

Nebenbei liefen natürlich auch die Vorlesungen an der AIDA Academy weiter, wir haben den standardisierten Test of Maritime English (TOME) abgelegt, Kurse in Personalführung belegt und unsere Pflichtlehrgänge in Fortgeschrittener Brandbekämpfung (AFF) und den Rettungsbootsmann (SCRB) im Aus- und Fortbildungszentrum in Rostock absolviert. Die beiden letzteren sind übrigens Pflicht für jeden Offizier an Bord und somit auch ebenfalls Voraussetzung für das erfolgreiche Bestehen des Studiums.

Auch die Ämter in der Hochschule haben die ein oder andere Aufgabe das letzte Semester bereitgehalten. Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis war die Einladung zu einem Expertengespräch in den Deutschen Bundestag zum Thema "Ausbildung am maritimen Standort Deutschland". Gemeinsam mit Experten aus Politik, Wirtschaft, Reedereien und Behörden hatten Georg und ich die Möglichkeit über die aktuelle Situation von Studenten zu diskutieren und Vorschläge und Anregungen für die Zukunft zu geben.

Doch neben dem Studium, den Fortbildungen und der spannenden Tätigkeit als Senator und Fachschaftsrat an der Hochschule gab es natürlich auch einige andere tolle Ereignisse.

Früh morgens an der Mole in Warnemünde zu sitzen, den Sonnenaufgang zu genießen und große, faszinierende Kreuzfahrtschiffe bei der Ankunft zu bewundern sind nur einige hiervon. Die Ergebnisse sind in der "Welt der Kreuzfahrtschiffe" zu finden und sprechen für sich.


Die See kann man aber nicht nur für Arbeitseinsätze nutzen - das Beste Beispiel hierfür war der jährliche Angelausflug der Nautischen Kameradschaft Poseidon zu dem ich eingeladen wurde. Früh morgens ging es mit dem Angelkutter vom Rostocker Stadthafen aus auf die freie Ostsee. Kaum waren die Angeln ausgeworfen, bissen auch schon die ersten Dorsche an. Mit voll gefüllter Fischkiste ging es am Nachmittag dann zurück Richtung Heimathafen, wo der Fisch direkt frisch auf den Grill kam. Ein echt toller Ausflug den ich nur jedem und jeder empfehlen kann - nicht nur wegen dem tollen Geschmackserlebnis das am Ende des Tages folgen wird ;-)

Und zu guter Letzt haben Alex und ich den Norden noch etwas näher erkundet und uns an einem freien Tag mal auf den Weg nach Stralsund gemacht. Neben dem echt sehenswerten Ozeaneum haben wir auch die Altstadt und die schöne Gorch Fock I besichtigt. Dabei haben wir natürlich auch gleich die Gelegenheit genutzt mal wieder ein paar schöne Fotos zu schießen, die Meisten stammen dieses Mal aus der kreativen Feder von Alex:

So, das waren die Highlights des vierten Semesters. Ihr seht, bei all diesen Erlebnissen ist eben keine Zeit mehr zum Schreiben geblieben, aber das habe ich ja jetzt nachgeholt.


Nahezu direkt nach der Prüfungsphase bin ich dann auch wieder an Bord gegangen, zu meinem letzten Einsatz als Praktikant auf AIDAstella - aber dazu mehr im nächsten Blog ;-)

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