Nach Amerika und zurück... und gleich nochmal!

Moin aus Bremerhaven,

 

wie versprochen hier also der erste Blogeintrag aus meinem derzeitigen Einsatz.

Wer diesen Blog hin und wieder verfolgt dem dürfte nicht entgangen sein, dass ich diesen Sommer die Welt der Kreuzfahrten verlassen habe, um mein Ladungspraktikum zu absolvieren.

 

Und das mache ich gerade… am 13. Juli bin ich nach Le Havre geflogen, dort ins Hotel gegangen und habe schließlich am Tag darauf an Bord der MSC Uganda angeheuert. Die MSC Uganda ist ein Vollcontainerschiff, kann bis zu 4.500 TEU’s, also 20-Fuß-Container, laden, ist 1997 gebaut worden, 294 Meter lang und trägt am Heck die deutsche Flagge.

 

Direkt in Le Havre bin ich zum dritten Offizier in die 8-12-Wache und auch schon in meine erste Ladungswache an Deck gestartet. Container sausen einem knapp vor der Nase vorbei, es ist laut und schwül… und ich steh mitten drinnen und schau nach ob auch alle Container dahin kommen, wo sie hin sollen und dann dort auch gut gelascht, also gesichert werden und das sechs Stunden lang. Aber es macht dennoch auch Spaß und ist abwechslungsreich, da man häufiger auch einfach mal improvisieren muss.

Schon am Abend haben wir dann Frankreich verlassen und uns auf den Weg über den Nordatlantik nach New York gemacht. Nach einem französischen Käseabend, ein paar Drills und relativ ruhigen Seewachen sind wir dort dann auch eine Woche später um 3 Uhr morgens eingelaufen. Wir müssen in New York ein gewisses Zeitfenster einhalten, da wir trotz eingeklapptem Mast noch immer relativ hoch sind und eine Brücke uns in die Quere kommen könnte. Dennoch hat man einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue und die Skyline von New York, gerade um diese Uhrzeit eben.

Da das Löschen, also das Entladen, noch auf sich warten ließ, nutzten der dritte Nautiker, der dritte Ingenieur und ich die Möglichkeit und ließen uns vom deutschen Seemannspastor an eine U-Bahn-Station fahren und erkundeten von dort aus den Broadway und Umgebung und den Stadtteil Jersey.

Nach New York ging es dann durchs Walschutzgebiet. Hier gilt eine Maximalgeschwindigkeit von 10 Knoten, um die Tiere nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Diese bedanken sich dann aber auch mit schönen Fontänen und winken freudig mit der riesigen Schwanzflosse ;-)

Hat man dieses Gebiet durchquert, ist man auch schon beinahe in Boston. Wieder viele Hochhäuser, aber nicht ganz so stressig, hektisch und laut wie New York und auch ein bisschen schöner im Allgemeinen. Auch den Schauplatz der berühmten Boston Tea Party habe ich natürlich direkt besucht.

Die Anläufe der weiteren Häfen wie Baltimore, Philadelphia und Norfolk sind dann nicht mehr ganz so spannend, wir liegen dafür zu weit außerhalb des Stadtkerns und die Städte sind auch nicht so spannend wie die oben schon erwähnten.

 

Über den Atlantik haben wir dann die nördliche Route gewählt und sind durch den schottischen Pentland Fjord gefahren, eine wunderschöne Landschaft dort im hohen Norden. Und dann lagen wir auch schon zwei Tage auf Reede, also vor Anker, in der deutschen Bucht, bis wir dann heute in den frühen Morgenstunden hier eingelaufen sind.

 

Jetzt ruft mich hier in Bremerhaven aber erstmal noch die Verabschiedung von den wechselnden Crewmitlgiedern, bevor ich mich dann noch kurz aufs Ohr haue und von 18 Uhr bis Mitternacht wieder Ladungswache gehe.

 

Infos über die nächsten Häfen hier in Europa, ein bisschen mehr vom Bordleben und, wenn ich es schaffe und an Land komme, noch ein paar Eindrücke aus dem Big Apple gibt’s dann natürlich brühwarm in spätestens fünf Wochen, wenn wir wieder hier in Bremerhaven sind und ich dann auch absteige...

 

Bis dahin viele Grüße von Bord der MSC Uganda!

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