Bald geht's gen Norden...

Sonnige Grüße aus dem Süden!


Nach 4 Wochen Urlaub bin ich jetzt schon wieder 6 Wochen an Bord der AIDAsol. Bisher waren wir wie zuvor rund um die Kanaren unterwegs aber am Ende dieser Reise geht es endlich Richtung Norden, wo wir von Hamburg aus nach Norwegen aufbrechen.


Zusammen mit einer weiteren Offiziersanwärterin bin ich während meines zweiten Bordeinsatzes nun im Brückendienst eingeteilt. Ich bin in der 4-8 Wache und kann nahezu jeden Tag beim Ein- und Auslaufen live und aktiv dabei sein. Auf der Manöverstation darf ich unter fachkundiger Aufsicht auch hin und wieder die Kommunikation übernehmen und es gelingt mir immer besser auch ohne High-Tech Laser die Distanzen zur Pier, anderen Schiffen oder Tonnen abzuschätzen.
Auf der Brücke fangen die wachhabenden Offiziere und Praktikanten zwei Stunden vor Auslaufen an, verschiedene Vorbereitungen zu treffen. So überprüfen wir z.B., ob „Navigational Warnings“ veröffentlicht wurden, die unsere Route beeinflussen könnten, führen verschiedene Tests durch, informieren uns über die Wetterverhältnisse im nächsten Hafen und rufen den Lotsen an.


Morgens darf ich mit Unterstützung des Sicherheitsoffiziers Wache gehen, welche mit dem wachhabenden Ingenieur koordiniert wird, interne Kommunikation muss abgewickelt und vor Ankunft per Funk Kontakt mit den lokalen Küstenfunkstellen aufgenommen werden. Dort bestätigen wir unsere Ankunftszeit, damit der Lotse pünktlich an Bord kommt und fragen nach der aktuellen Wind- und Verkehrssituation im Hafen. Diese Informationen geben wir dann telefonisch an den Kapitän weiter, damit er schon bevor er zum Manöver auf die Brücke kommt, einen groben Überblick über die Situation hat und weiß, ob es Besonderheiten oder Komplikationen gibt.


Während jeder Wache wird außerdem das englische sowie italienische Logbuch geführt und auf See regelmäßig unsere Radar- oder GPS-Position in die Karte eingetragen. Während der Hafenwachen beschäftige ich mich z.B. mit den verschiedenen nautischen Publikationen und Handbüchern, um auch mein theoretisches Wissen zu erweitern oder arbeite an verschiedenen Projekten. So hielt ich z.B. vor ein paar Wochen eine Präsentation vor dem gesamten Brückenteam zum Thema Ballastwassermanagement. Ich hatte mich zwar gut vorbereitet aber wie schon in der Schule bangte ich etwas vor unerwarteten Fragen aus dem Publikum, die ich nicht beantworten könnte. Am Ende lief aber alles glatt, ich wurde nicht gelöchert und auch der Kapitän war zufrieden.


Jetzt bin ich schon gespannt auf die Transit-Reise in den Norden. Klar bin ich zum Einen besonders neugierig auf die neuen Herausforderungen, neue Manöver und Leinenarrangements und Abläufe während längerer Revierfahrten, zum anderen freue ich mich aber auch auf die Städte, die wir besuchen und hoffe, auch an Land etwas neues zu sehen zu bekommen.


Ich wünsche euch allen, vor allem den Nordlichtern unter euch, dass auch in Deutschland das Frühlingswetter einkehrt und sich die Sonne etwas häufiger blicken lässt… denn bald bin ich ja auch hin und wieder zu Besuch ;)


Bis dahin!


Eure Lea

Kommentar schreiben

Kommentare: 0