Vom Studenten zum Dozenten

Morgen sind sie schon vorbei - meine ersten Semesterferien. Der neue Stundenplan für das Sommersemester 2013 ist inzwischen da und ich blicke gespannt auf neue Fächer, wie Thermodynamik und Mess- und Regelungstechnik. Alle Prüfungen des ersten Fachsemesters sind für mich sehr zufriedenstellend abgeschlossen und bestanden.

 

Die letzten vier Wochen in meiner Heimat waren jedoch auch sehr ereignisreich:

 

Am vergangenen Dienstag konnte ich auch in diesem Jahr an einem Herrenberger Gymnasium versuchen, junge Menschen von den spannenden Berufen der Seeschifffahrt zu überzeugen. Eine volle Mensa mit jungen Schülern erwartete mich und auch Gespräche im Anschluss liesen durchaus ein Interesse an diesen, für Süddeutsche doch recht außergewöhnlichen, Berufsfeldern erahnen.

Wie versprochen möchte ich auch hier noch einmal auf die während des Vortrags angesprochenen Links zum Thema hinweisen:

  1. Verband Deutscher Reeder                                                      (vermittelt Plätze für Sommerferienfahrer auf Seeschiffen)
  2. AIDA Jobs                                                                                      (Jobbörse und Karriereportal von AIDA Cruises)

Bei Fragen stehe ich euch natürlich auch gerne zur Verfügung!

 

Das zweite große Thema meiner freien Zeit war die Vorbereitung und Teilnahme als Dozent bzw. Referent an einem von der Hans Böckler Stiftung finanzierten Projekt "Interrreligiöser Dialog als Chance".

 

Dort wurde angeregt über den Dialog der Religionen und die Identifizierung mit selbigen diskutiert. Samstag hielt ich dann am Vormittag meinen vorbereiteten Vortrag zum Thema "Interreligiöser Dialog auf See". Dieser zielte aber nicht nur auf das Hauptthema des Projektes ab, sondern vor allem auch darauf hinaus, das Zusammenleben und -arbeiten an Bord von Seeschiffen auch "Landratten" näher zu bringen. Denn meiner Meinung nach gibt es kaum andere Situationen wo so viele verschiedenen Kulturen und Religionen auf engstem Raum aufeinander treffen, wie auf hoher See. Eine von mir durchgeführte Umfrage zu meinem Vortragsthema an der tatsächlich 225 Kollegen und Kolleginnen teilgenommen haben (an dieser Stelle noch einmal vielen Dank an dieser Stelle!) brachte dabei ein wenig Licht in das Glaubensleben von Seeleuten.

Der Vortrag wurde sehr positiv angenommen, auch wenn zwischendrin eine sehr angeregte Diskussion über die strikten hierarchischen Strukturen entbrannte, welche meiner Meinung nach für ein System wie ein seegehendes Schiff von unschätzbarer Notwendigkeit sind.

 

Zusammenfassen lässt sich die Meinung des Plenums und auch meine vor allem zwei Punkte zusammenfassen:

  • Religion findet für jeden vor allem privat und zurückgezogen statt.
  • Religion wird oft auch genutzt, um wahre Konfliktgründe zu verschleiern und daraus einen Vorteil zu ziehen.

 

Das Wochenende in Berlin war aber auch Zeitpunkt für einen Besuch in einer Moschee und die Diskussion mit dortigen Muslimen über ihre Einstellung und Ansichten zum interreligiösen Dialog. Ein Besuch in einem Café mitten in Berlin-Moabit, sowie ein Vortrag über Glaubensthesen rundeten das Wochenende ab.

Auch wenn ich nicht wirklich gläubig bin und von Mitstudenten für meine Teilnahme etwas belächelt wurde, sowie als Student von Naturwissenschaften auch nicht wirklich in der Materie war, konnte ich von diesem Wochenende viel mitnehmen, gerade auch für meine spätere Arbeit an Bord als Offizier in Zusammenarbeit mit so vielen verschiedenen Religionen und Kulturen.

 

Nun bin ich wieder auf dem Weg nach Rostock und werde ab morgen wieder das Studium in Warnemünde antreten. Demnächst steht dann noch der Besuch der amerikanischen Botschaft für mein US Visum auf dem Plan und in zwei Wochen natürlich erst einmal die Taufe unserer neuen Kussmundschönheit AIDAstella direkt vor der Haustüre in Warnemünde statt.

 

Es bleibt spannend und ereignisreich, schaut einfach demnächst mal wieder rein!

 

UPDATE VOM 01. JUNI 2013

Mit sofortiger Wirkung bin ich aus Gründen, die hier nicht her gehören, aus dem Projekt ausgetreten und distanziere mich von den Inhalten und der Arbeit des Projektes!

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Kommentare: 1
  • #1

    Abilash Singh (Sonntag, 03 März 2013 14:32)

    niice. very niiiice!