Schon heute an die Zukunft denken!

Unter diesem Motto stand die 5. Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft Mecklenburg Vorpommerns, die am letzten Donnerstag in Rostock stattfand. Heute geht der Blogeintrag also ziemlich in die Tiefe der maritimen Wirtschaft, aber auch das sollte sicherlich einmal sein ;-)

Dank Sponsoren aus der Wirtschaft war es auch ausgewählten Studenten wie mir möglich, an der Konferenz neben zahlreichen namhaften Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft teilzunehmen. Keinen denkwürdigereren Tag, als den, an dem die Gläubiger über die Zukunft der insolventen Volkswerft in Stralsund und der P+S Werft in Wolgast entschieden, hätte man finden können, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen.

 

Nachdem am Vormittag die allgemeine Situation der maritimen Wirtschaft durchleuchtet und dabei intensiv auf Umweltverträglichkeit, neue mögliche Offshorezweige und deren Chancen sowie Ausbildung eingegangen wurde, traf man sich nach einem leckeren Mittagessen zu kleineren Workshops zusammen.

Ich hatte für mich den Workshop bezüglich Ausbildung in der maritimen Wirtschaft, sowie zum Thema "Vereinbarkeit von Umweltschutz, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit" gewählt.

 

Im ersten Abschnitt wurde über die Ausbildung, aber auch gezielt über die hohe Abbrecherquote von knapp 50% am Fachbereich Seefahrt in Warnemünde diskutiert. Dabei kam man schnell auf das Ergebnis, dass diese Durchfallquote vor allem auf den naturwissenschaftlichen Kenntnissen, welche die Studenten von der Schule mitbringen, bzw. besser gesagt nicht mitbringen, zurückzuführen ist. Elektrotechnik, Informatik und Physik sorgen für eine große Ausfilterung. Doch genau diese Fächer sind entscheidend für Warnemünde, da hier den angehenden Ingenieuren der Seefahrt, sowohl Nautiker als auch Techniker, besonders viel und fundiertes technisches Wissen mit auf den Weg gegeben werden soll.

 

Praktisches Wissen sammeln Seeleute nur auf See. Dennoch ist die Situation für Studenten derzeit schlecht, auch ich habe dies bereits selbst erfahren dürfen, auf meiner Suche nach einem zweimonatigem Praxiseinsatz auf einem Frachtschiff. Für die Reedereien lohne es sich zusehends, ihre Auszubildenden fest an sich zu binden. Als herausragendes Beispiel der Branche wurde hier auch schnell AIDA Cruises ins Rampenlicht gerückt, welches mit der unternehmenseigenen AIDA Academy, an der auch ich studiere, die eigenen Fachkräfte speziell schult und somit gezielt auf den Einsatz vorbereite.

 

Die anschließende Diskussion zum Umweltschutz viel deutlich hitziger und angeregter aus. Diskutiert wurde vor allem darüber, dass für sogenannte SECA-Reeder, Reeder die Schiffe nur in, durch IMO ausgewiesenen, besonders ausgewiesenen Emissionsschutzgebieten betreiben, nicht genug technische Mittel zur Verfügung stehen, um bezahlbar und profitabel ihre alten Schiffe umzurüsten und so den für 2015 geforderten Maximalausstoß von 0,1% Schwefeloxiden zu erreichen.

 

Nachdem im Plenum anschließend alle Workshopergebnisse zusammengetragen wurden, lies sich das Fazit der IHK zu Rostock, bzw. dem Vorsitzenden des maritimen Ausschusses, wie folgt zusammenfassen: "Die Ergebnisse, die die Konferenz heute liefert, sind für unseren Maritimen Ausschuss Auftrag, die Themen weiter zu begleiten und zu Lösungsvarianten beizutragen." [Zitat IHK Pressemeldung]

 

Nach dem anschließenden Festempfang mit sehr gutem Buffet ging es dann für mich noch eine Runde über den, am selben Tag, eröffneten Weihnachtsmarkt.

 

So viel mal wieder von meiner Seite, ich halte euch weiter auf dem Laufenden was hier in Rostock, in der Seefahrt und allgemein so passiert ;-)

 

Bis bald also!

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