Ein neues Lächeln auf den Weltmeeren

So langsam stieg am Morgen des 10. Oktobers die Aufregung, denn endlich ging es für die nächsten vier Monate für meine beiden Kollegen und mich gen Süden auf die AIDAsol. Am späten Nachmittag, nach einem langen Flug und dem Weg zum Schiff, konnten wir endlich über die Gangway an Bord gehen. Unsere erste Station, nach dem ausführlichen Check an der Sicherheitskontrolle, war das Büro des Crew Pursers, des für die Crew und deren Belange verantwortlichen Zahlmeisters des Schiffes. Dort erhielten wir einen ganzen Berg an organisatorischen und schiffsrelevanten Informationen, aber auch unsere Bordkarten und den Kabinenschlüssel zur Zwei-Mann (bzw. Frau)-Kammer auf Deck 11, dem Brückendeck. Nachdem ich mein ganzes Gepäck auf der Kabine verstaut hatte, ging es direkt weiter zur ersten Sicherheitseinweisung durch den verantwortlichen Sicherheitsoffizier. Anschließend war Zeit für eine kurze Stärkung in der Crew Messe, bevor ich vom Schneider meine Uniform für die nächsten Wochen erhielt – den wunderschönen, alt bekannten und doch eigentlich ganz gemütlichen Blaumann. Trotz immer größer werdender Müdigkeit beobachtete ich mein erstes Ablegen noch vom offenen Crewdeck am vorderen Teil des Schiffes aus und sendete erste Grüße an die zu Hause gebliebenen, bevor ich danach erschöpft in meine Koje fiel.

 

Nun, nach gut einer Woche an Bord, verlaufe ich mich schon nicht mehr so häufig auf der, doch relativ großen, AIDAsol und finde zielsicher meinen Weg durch das Labyrinth an Gängen, welches den meisten Menschen an Bord verborgen bleibt. Den ersten Ausbildungsabschnitt verbringen meine Kollegen und ich beim Bootsmann im Deck Department, wo wir alles über die wichtige Instandhaltung des Schiffes, wie zum Beispiel das Waschen und Malen, Schmieren, Spleißen, Entrosten (auch wenn AIDAsol mit 1,5 Jahren noch sehr jung ist) und vieles mehr erlernen. Auch die Abläufe beim An- und Ablegen, das Ausbringen von Gangway und Lotsenleiter, sowie das Ausschwingen und Aussetzen der Rettungsboote gehören aber eben so dazu, wie auch erste vorsichtige Fahrmanöver mit selbigen durchzuführen. Täglich finden hier an Bord Übungen in Sachen Sicherheit statt an denen ich teilnehme, um möglichst schnell und vor allem gut über die Abläufe und das Verhalten in Notfallsituationen an Bord informiert zu sein.

 

Ende der letzten Woche durften meine Kollegen und ich das Auslaufen aus dem Hafen von Puerto del Rosario auf Fuerteventura, sowie das nur vier Stunden später anstehende Einlaufen im nur 30 Seemeilen entfernten Arrecife auf Lanzarte von der Brücke aus beobachten. Dabei wurde für mich ein absoluter Kindheitstraum wahr – ich bekam vom Kapitän die Ehre und durfte beim Auslaufen das Typhon bedienen!

 

Trotz der vielen anstehenden Arbeiten an Bord von AIDAsol kommt natürlich auch nach Feierabend der Spaß und das Vergnügen nicht zu kurz. Bei Partys von der Provision und der Security mit Karaoke und unglaublichen Mengen an unterschiedlichstem Essen und Getränken hatte ich die Möglichkeit, auch Crewmitglieder aus anderen Arbeitsbereichen kennen zu lernen und natürlich auch meine Gesangskunst zum Besten geben. Neben dem Karaoke habe ich bereits eine weitere, vor allem unter dem philippinischen Teil der Besatzung, sehr beliebte Sportart an Bord entdeckt: Die Suche nach kostenlosem Internet in den Häfen, um mit den Lieben zu Hause zu kommunizieren. Kaum hat AIDAsol angelegt, strömen die Kommunikationswilligen mit Laptop, Smartphone oder gar Tablet bewaffnet auf das Crewdeck oder die Gangway hinunter, um über Skype und Co. Kontakt aufzunehmen. Sobald ich wieder eine stabile Verbindung erwische, bekommt ihr hier dann auch ein paar Bilder zu sehen ;-)

 

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen, aber dennoch guten Einblick über meine ersten Tage als Seefahrerin an Bord der sonnigsten Kussmundschönheit auf den sieben Weltmeeren geben und werde mich bald wieder mit neuen Geschichten melden!

 

Bis dahin,

 

Eure Lea

 

 

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