Back to the rules – Leben und lernen auf einem Segelschulschiff

Lange habe ich nichts von mir hören lassen – was zum einen an der relativ schlechten mobilen Internetverbindung, zum anderen aber auch daran lag, dass ich einfach keine Zeit gefunden habe etwas zu schreiben. Hier also ein kleiner Bericht über die letzten 25 Tage an Bord des Segelschulschiffes „Großherzogin Elisabeth“:

 

Die Reise begann am 11. September direkt mit einer Überraschung – unser Kapitän kannte mich schon, wie sollte es anders sein, über den Blog hier ;-)

 

Die erste Woche war noch relativ schlechtes Wetter, welches uns zu Tagestouren auf der Weser zwang. Die waren aber eigentlich richtig gut, um in den Wachrhythmus und das Setzen und Bergen der Segel einzusteigen. Wir gehen hier ganz normale Wachroutine mit, erstellen stündlich Wetterberichte, führen das Logbuch, gehen Ruder oder nehmen manchmal auch gleich die Aufgaben des Steuermannes wahr und fahren das Schiff.

Es war alles sehr spannend und aufregend, aber vor allem auch lehrreich. Man lernt tatsächlich Seefahrt von der Pike auf, muss im Team zusammenarbeiten um sich durch die Wellen nach Helgoland zu kämpfen, was wir die letzten Tage nun gemacht haben. So manch einer lernte auch seine Grenzen, die Gesetze der Physik und vor allem die Seekrankheit kennen – aber keinesfalls fürchten.

 

Unterwegs waren wir auch noch hautnah Zeuge wie man nicht zur See fährt und konnten beobachten wie die „Alexander von Humboldt“ vor Bremerhaven auf Grund lief.

Die Besatzung, bestehend aus Kapitän, studierten Nautikern, Maschinisten, Bootsmann, Koch und Nautikstudenten beantwortete uns zu jeder Tages- und Nachtzeit alle Fragen und brachte uns allerhand bei – sehr viel mehr, als es in reinem Theorieunterricht je möglich gewesen wäre.

Spleißen mit Bootsmann Siggi auf der Back oder klettern im Mast ist eben doch was anderes, als in Büchern zu schmökern und in einem klimatisierten Unterrichtsraum zu sitzen.

 

Neben der Arbeit kommt aber auch der Spaß bei weitem nicht zu kurz, was die regelmäßige Lehrstunde in Seemannsliedern, die Rettungsübung vor Helgoland oder das Brötchen holen mit dem Schnulli (unser Beiboot) bewiesen!

 

Anschließend haben wir das Schiff über’s Wochenende erst einmal verlassen und verbrachten drei Tage an Land mit Kutter pullen, Grillabend auf der Ranch auf der wir untergebracht waren und Manöverübungen im Schiffsführungssimulator, bevor es dann am Sonntagabend wieder zurück auf „unsere“ Lissy ging!

Die folgende Reise führte uns über Helgoland und Cuxhaven nach Hamburg, wo wir direkt an den Landungsbrücken lagen und eine große Grillparty an Bord veranstalteten. Natürlich musste auch hier Landgang sein und der führte uns, wie sollte es anders sein, zum Feiern auf die Reeperbahn ;-)

 

Das letzte Wochenende hatten wir dann zahlende Gäste an Bord und fuhren, mal wieder, über Helgoland und dann dieses Mal nach Wyk auf Föhr. Da wurden Kindheitserinnerungen wach, denn vor Jahren war ich schon mehrmals auf dieser Insel im Urlaub.

Doch viel zu schnell kam der Zeitpunkt an dem es Abschied nehmen hieß… wir alle werden die Crew, das Segeln und vor allem unsere alte, aber doch noch gut in Fahrt gebliebene Lissy vermissen.

 

Jetzt heißt es erst einmal ein wenig entspannen, notwendige Dokumente sammeln und wieder packen, denn Montag früh geht es schon wieder los – dieses Mal auf große Fahrt mit der AIDAbella   :-)

 

Demnächst also wieder mehr ;-)

P.S.: Auch die Presse zeigt sich nicht unbeeindruckt von unserer Ausbildung, HIER findet ihr die offizielle Pressemitteilung von AIDA Cruises, bzw. HIER ein Interview mit mir in der Kreiszeitung Wesermarsch, welches natürlich auch in der Rubrik Presseecho zu finden ist!

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Kommentare: 1
  • #1

    Elena (Donnerstag, 06 Oktober 2011 10:18)

    Ach ja, Kinners, war ne tolle Zeit! Bin dauernd versucht, statt meiner Gangway die von der Lissy anzusteuern ;-)