Aus eins mach zwei! - oder: "Ihre Buchungsnummer bitte!"

Ein gemütlicher Tagesausflug mit zwei zukünftigen AIDA Offizierskollegen, was gibt es derzeit schöneres?

Nichts, dachte ich mir, und so sagte ich dem Ausflug zur Meyer Werft zu, der sich deutlich anders gestaltete als geplant.

 

Bereits um 7 Uhr ging es für mich los, immer in Richtung Darmstadt, wo mich Julian schon mit dem Dienstwagen der Deutschen Bank von seinem Vater erwartete.

Kurz vorgestellt, und schon ging es los nach Köln an den Hauptbahnhof, wo die Nummer 3 im Bunde, Tobias, mit dem Zug aus Belgian erwartet wurde.

 

Wie die Bahn nun so ist hatte der Zug natürlich 30 Minuten Verspätung, eigentlich kaum ein Problem, die Führung in der Meyer Werft sollte ja erst 14:30 Uhr beginnen und es war erst kurz nach 11 Uhr.

 

Nach einem kurzen Kaffee, gekauft bei einer kleinen Asiatin die das Wechselgeld komischerweise auf Englisch nachzählen musste, fuhren wir mit angemessener Mercedes-Reisegeschwindigkeit weiter unserem Ziel, Papenburg, entgegen.

 

Die Zeit verrann immer schneller. Gegen 13:45 Uhr merkten wir, dass wir es nicht mehr pünktlich schaffen würden - so rief Tobias natürlich in Papenburg an und konnte, nach endlosen, durch Musik untermalte, Warteminuten und der Nennung unserer Buchungsnummern (wir hatten auf Julian und Tobias reserviert) den Führer bitten, auf uns zu warten, wir würden ja auf jeden Fall kommen.

 

Zu früh gefreut, gerade mal drei Minuten nach dem Anruf und nur 40 Kilometer (!!!) vor Papenburg gab es einen Knall und eine schwarze Rauchwolke aus dem Auspuff... von nun an ging es mit maximal 50 km/h weiter auf einen Parkplatz eines Wohnmobilverleihs.

Der anschließende Anruf bei Mercedes lies hoffen, der Abschlepper war ja unterwegs, also Anruf durch Tobias in Papenburg und nach Nennung der Buchungsnummer Umbuchung unserer Führung auf 15:30 Uhr.

 

Nach einer Stunde schaffte es der Abschleppdienst, nennen wir ihn Horst, endlich zu uns und lud das Auto auf. Horst saß schon fast wieder in seinem gelben Wagen, da drehte er sich um und fragte "Wollt ihr mit?". Dankend nahmen wir dieses großzügige Angebot an, wir saßen ja auch nur irgendwo in der Norddeutschen Pampa fest.

 

Horst fuhr uns nach Meppen, zu dem netten KFZ-Meister Ludger. Der hatte auch bereits eine B-Klasse für uns bereit, es sollte weitergehen.

Julian drehte den Zündschlüssel um, fuhr vom Hof, auf die Landstraße - und es leuchtete die Reifendruckanzeige auf... also, zurück zu Ludger, der uns schon schmunzelnd emfing.

Auto aufgebockt - und wir hatten es tatsächlich auf ca. 3 Kilometern geschafft einen Nagel in den Reifen zu bohren...

Die Führung rückte in weite Ferne, Tobias rief in Papenburg an, und musste die Buchungsnummer nicht mehr nennen, die konnten sie bereits auswendig.

 

Gegen 17 Uhr schafften wir es endlich nach Papenburg, bekamen ein "besonders günstiges und familiäres Hotel" vermittelt und bezogen dort kurzfristig Quartier.

Zum Abendessen kehrten wir im griechischen Restaurant Mykonos ein, verziert mit römischen Statuen. Nachdem wir Jiorgos bestellt hatten, desinfizierte ich Tisch und Speisekarte erst einmal unfreiwillig mit meinem Gratis-Ouzo. Aber nach all den Ereignissen waren wir schon lang nicht mehr nur zukünftige Kollegen und Leidensgenossen mehr und die beiden teilten ihre Ouzos großzügig mit mir.

 

Der Abend sollte gemütlich bei einer Runde Karten im Bierstüble ausklingen... dort schenkte Schwiegermutter Gisela aus und Stammgast Manni (der nach eigenen Angaben nie was trinkt) war bei seiner vierten Runde... Manni, 68 oder 69 Jahre alt (er wusste es selber nicht so genau) arbeitete übrigens 10 Jahre auf der Meyer Werft, wo sie "300 Meter Luxusliner bauen" und früher beim Stapellauf noch "die Balken mit Seife eingeschmiert und dann die Leinen gekappt haben". Diese Information bekamen wir im Laufe des Abends gleich vier mal.

Nachdem er uns zum dritten Mal fragte ob wir zum Urlaub hier wären und wir schon etwas genervt mit einem "wir arbeiten für AIDA" geantwortet haben, wurde dies nur mit einem ungläubigen "ahja" quittiert, und danach widmete sich Manni wieder seinem Bier und den Gesprächen, über den Tod, mit Gisela. Die haben übrigens eine "totsichere" Wette laufen wer aus ihrem Kreise als nächster geht!

Ab 23 Uhr versuchte Gisela ihm immer wieder mitzuteilen, dass sie gerne Feierabend machen würde. "Alte Omas müssen ins Bett", sagte sie, worauf prompt von Manni kam: "Alte Opas trinken noch einen, mach nochmal voll".

 

Der Abend endete spät für uns und während sich Julian in seinem Einzelzimmer mit hellblauem Bademantel einquartierte, teilten sich Tobias und ich das Zimmer mit romantischem Himmelbett und Herzen - familiär eben!

 

Die Führung durch die Meyer Werft am nächten Tag war natürlich das absolute Highlight und absolut empfehlenswert!

Neben den üblichen Sprüchen der Touristenführer wie "Flyer vom Meyer" und "Kaufste zwei Tomaten, kommt eine aus Papenburg", gab es viel interessantes zu erfahren und auf der Busrückfahrt machte der Führer durchs Mikro natürlich noch gleich klar, dass wenn er schon drei angehende AIDA Offiziere geführt hat, dann möchte er später von uns auch eingeladen werden - wir werden sehen, ein paar Jährchen haben wir ja noch!

 

Die Rückfahrt verlief absolut ohne Zwischenfälle und wir sind uns alle drei sicher, die folgenden mindestens 9 Jahre bei AIDA werden einfach nur spitze, denn allein die ersten beiden Tage zusammen waren so lustig, spannend und abwechslungsreich wie selten.

 

Ihr dürft euch also schon über tolle Berichte aus meiner Zeit bei AIDA freuen, welche in exakt 23 Tagen beginnt!

 

Bis dann :)

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